Speiserestaurant Spycherstöbli, 9042 Speicher AR Speiserestaurant Spycherstöbli
Werner und Béatrice Tobler
Hauptstrasse 28
9042 Speicher AR
Telefon: +41 - 71 - 344 15 77
 
Öffnungszeiten Freitag bis Montag von 1100 bis 1400 Uhr, abends ab 1730 Uhr
Ruhetage Dienstag, Mittwoch und Donnerstag

Stbli mit grosser Kche

Um es vorweg zu nehmen: Wir haben vorzglich gegessen. Aufmerksam und kompetent bedient von der Dame des Hauses, exzellent bekocht von ihrem Mann. Ruhig ging es zu und her, obwohl alle Tische besetzt waren in der gemtlichen Appenzeller Erststockbeiz beim Bahnhof Speicher. Batrice Tobler nahm sich Zeit fr ihre Gste, half bei der Menauswahl, schlug einen Wein vor, brachte das Essen, rumte ab. Gerade richtig waren die Zeitspannen zwischen den Gngen.

Bereits nach Kalbskopf (!) und Carpaccio di vitello, beide Gerichte mit delikater Sauce, und Spargelravioli mit Morcheln (richtig spargelig und fest im Biss), tauchte an unserem Vierertisch die Frage auf, ob wir dieses Restaurant wohl im roten Gourmetfhrer bersehen hatten? Nein, antwortet Batrice Tobler. Eine solche Ambition haben sie nicht. Nicht aus Furcht, ihre Kche wrde den Ansprchen der Gastrokritiker nicht gengen, velmehr aus Sorge um ihre Mittagsgste. einfache, kostengnstige Mens stehen auf jener Karte. Sie werden geschtzt. Ein Gourmettempel entsprche uns nicht meinen Batrice und Werner Tobler. Seit 13 Jahren wirten sie im Speicher. Die diversen Fleischgerichte (unter anderem auch Kutteln) auf der grossen Karte zeugen von Werner Toblers Herkunft - er ist gelernter Koch, seine Eltern fhrten eine Metzgerei mit Gasthaus.

Der Hauptgang hlt, was die Vorspeisen versprachen. Das Frhlingslamm mit Basilikum-Brlauchpesto ist rosa gebraten, das Ragu vom Kaninchenschlegeli zart. Dazu gibt's diverse Gemse, und jedes schmeckte so, wie Gemse eben zu schmecken hat. Kartoffelgratin und Polenta werden in separaten Gratinformen serviert, die Portionen sind grosszgig.

Toblers legen Wert auf eine saisongerechte Kche. Wir verwenden grundstzlich - bis auf ganz wenige Ausnahmen - nur frische Zutaten, die wir auch selber verarbeiten. Zudem werden die Rundum-gesund-Partner oder andere Lieferanten biologischer Produkte bercksichtigt.

Erfreut hat uns auch die Dessertkarte, die sich in ihrer Schlichtheit von den gngigen Bildli-Karten abhebt. Wir geniessen Winzer-Coup (Zimteis mit in Grappa eingelegten Weinbeeren), Zwetschgen-Coup (in Cognac marinierte Drrzwetschgen mit Vanilleeis und Rahm) und Kse-Trilogie mit Portwein. Den Eiswein schliesslich, als das berhmte Pnktchen auf dem i. E.S.

P.S.: Noch bis Ende Mai ist im Spycher-Stbli eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Landsgemeinde zu sehen.

Appenzeller Magazin, Mai 1999